Das Aufgabenfeld eines LandschaftsArchitekten ist weit gestrickt. Eine Aufgabe besteht darin, das Geplante umzusetzen und zu überwachen. Bei der vor kurzem fertiggestellten "Türkischen Botschaft" im Berliner Botschaftsviertel habe ich für den Generalunternehmer
Köster aus Osnabrück die Realisierung der Freianlagen überwacht. Die Architektur stammt von
Nickol / Schmidt / Hillig, die Landschaftsarchitektur von
STraum A. Es ist eine schönes Gefühl, an diesen aussergewöhnlichen Projekt mitgewirkt zu haben.
Eingangsportal
Blick vom Dach auf den Vorplatz
Blick vom Dach Richtung Potsdamer Platz
Zugang zum Senkgarten
Senkgarten mit Brunnen
Im Bereich der Vorfahrt wurde eine grosse Platane der Baumschule
Bruns gepflanzt.
Aufgrund des unvermeidbaren Sommertermins mussten hier alle Register für ein erfolgreiches Anwachsen des Baums gezogen werden (frühmorgendliche Anlieferung, Kronenschnitt in der Baumschule, Transport in einem geschlossenen LKW, Entladung mittels Autokran, Verwendung von Ballengeschirr, Ausrichtung der Himmelsrichtung, Verdunstungsschutz, spezielles Pflanzsubstrat, Unterflur - Ballenverankerung, Bewässern usw.).
Es war deutlich zu spüren, dass alle Beteiligten (Galabau:
Aumann, Strassenbau:
Blok) Spass an der Sache hatten und jeder zum Gelingen einen Beitrag leisten wollte. Wahrscheinlich haben alle geglaubt, mit dieser Aktion einen Teil des Zitats "dass ein Mann ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und ein Kind zeugen solle" erfüllt zu haben.
Die Herkunft dieses Zitats ist im Übrigen schwer zu recherchieren. Wahrscheinlich stammt es ursprünglich von Heinrich von Kleist und wurde später abgewandelt:
"Unter den persischen Magiern gab es ein religiöses Gesetz:
ein Mensch könne nichts der Gottheit wohlgefälligeres thun,
als dieses, ein Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen, und ein Kind zu zeugen.
Das nenne ich Weisheit, und keine Wahrheit hat noch so tief in meine Seele gegriffen, als diese."